Vorträge der 23. Tierheilpraktikertage

Freitag, 18.06.2021:

Beginn: 19:30 Uhr – Begrüßung aller Kongressteilnehmer durch die Vorsitzende der Kooperation – anschließend:

Eröffnungsvortrag: Mag. Robert Müntz

„Wege zu neuen Mitteln in der Homöopathie“

Robert Müntz berichtet von seinen Erlebnissen auf der Suche nach neuen Arzneien in der Homöopathie. Dabei kommen Geschichten von seinen zahlreichen Aufenthalten am Amazonas ebenso wie Situationen im eigenen Labor oder in Botanischen Gärten der USA anlässlich einer Gyrocopter Überquerung des amerikanischen Kontinents zur Sprache.

Samstag, 19.06.2021:

V1 „Aromatherapie mit der Raindrop-Technik“

Referentin: THP Yvonne Fischer

Die Raindrop Technique und deren weiteren Einsatzmöglichkeiten der 9 ätherischen Öle werden in dem Vortrag ausführlich besprochen. Die Massagetechnik selbst kann auf vielfältige Weise beim Tier und Mensch erfolgreich angewandt werden. Die Öle werden interessanter Weise in den Headschen Zonen und auf den Tingpunkten aufgetragen, so dass man sogar gezielt an dem komplexen System Körper und seinen Organe effektiv arbeiten kann. Yvonne Fischer wird erklären, wie man diese Technik mit vielen anderen Therapieformen kombinieren kann. Darüber hinaus gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten der 9 vorgestellten Öle, so dass sich  vielfältige Möglichkeiten damit  ergeben.

V2 „Ein guter Start mit Phytotherapie – Heilpflanzen bei Trächtigkeit und Jungtieren“

Referentin: Dr. med. vet. Silke Stricker

Bereits seit der Antike gehörte die traditionelle Heilkräuterkunde rund um die Geburt zum Wissensschatz der Hebammen. Heute haben die hilfreichen Kräuter auch in der Behandlung von Tieren zur Geburtserleichterung, Anregung der Wehen und später zur besseren Milchbildung ihren Platz. Die empfindsamen Neugeborenen erhalten dabei sanfte, gut verträgliche Arzneizubereitungen. Auch die heranwachsenden Jungtiere können wunderbar phytotherapeutisch ins Leben begleitet werden. Der Vortrag spannt einen breiten Bogen über Trächtigkeit und Geburt bis zur Welpenbegleitung und enthält viele Praxistips.

V3.1 u. V3.2 „Schädelakupunktur nach Yamamoto“

Referent: TA Erhard Schulze

V6 „Spagyrik“

N.N.

Weitere Angaben folgen!

V7 „Die Chakra Blüten-Essenzen beim Tier“

Referentin: TAin Camilla Fischer

Weitere Angaben folgen!

V8.1 + V8.2 „Fallanalyse mit C. M. Bogers General Analytics“

Referent: Dr. phil. Jens Ahlbrecht (HP)

In dem Bestreben, Information über den Arbeitsschritt der Generalisierung zu verdichten, reduzierte der amerikanische Homöopath Cyrus Maxwell Boger (1861-1935) in seinem genialen Kurzrepertorium General Analysis die Symptomreihen der homöopathischen Arzneien auf 370 Rubriken, die im Durchschnitt nicht mehr als 15 Arzneien enthalten.

Im Unterschied zu J. T. Kent legte er den Schwerpunkt seiner Fallanalyse auf die Erfassung der anatomischen Wirksphäre (betroffenes Organ/Gewebe, Art des pathologischen Prozesses und dessen objektive Zeichen) und der damit verbundenen Modalitäten. Dadurch ist Bogers Konzept gerade auch für den Einsatz im Veterinärbereich besonders geeignet.

Die generalisierten Geniusrubriken des General Analysis ermöglichen es dem Behandler, die homöopathische Verordnung auf die wesentlichen Charakteristika der gesamten Krankheitsdynamik zu gründen. Mit ihnen läßt sich der Kreis der in Frage kommenden Arzneien höchst verläßlich auf eine überschaubare Gruppe von Arzneien eingrenzen; die endgültige Differenzierung erfolgt dann über die Materia medica.

Den Schwerpunkt des Seminars bildet die enorme Praxisrelevanz dieses Ansatzes. Nach einer kurzen Einführung in die Denkweise Bogers und die daraus abgeleiteten Arbeitswerkzeuge General Analysis (und Synoptic Key)sowie die Konsequenzen im Hinblick auf die Fallanalyse wird anhand von Fallbeispielen gezeigt, wie mit der Boger-Methode die verschiedenen Facetten eines Falles auf geradezu verblüffende Weise durch wenige prägnante Rubriken erfaßt werden können.

Diese Vortragsreihe sollte idealer Weise zusammengebucht werden!

V10.1 – V10.4 „Dunkelfeldmikroskopie“

Referentin: THP Freyja Degener

Wer zum ersten Mal lebendes, sich bewegendes Blut unter dem Dunkelfeldmikroskop betrachtet, der taucht in eine andere Welt ein. Jenseits von totem, mit Chemikalien versetztem, getrocknetem Blut präsentiert sich der Saft des Lebens vor dunklem Hintergrund als ein lebendiger Spiegel des Individuums, von dem es stammt. Uns begegnen dort Bilder von unglaublicher Schönheit genauso wie wir Blutanteile sehen können, die im normalen Hellfeld-Verfahren überstrahlt werden. Wir können die Prozesse beobachten, die bei zunehmender Trocknung und damit sich veränderndem Milieu zeigen. Gerade diese Prozesse in ihrem Ablauf und der Geschwindigkeit der beobachtbaren Veränderungen geben wichtige Hinweise auf das Geschehen im Organismus.

Das heißt: Blutuntersuchung im Dunkelfeld ist ein Teil ganzheitlicher, prozessorientierter und ursachenorientierter Diagnostik. Niemals bildet sie allein die Basis der Diagnostik! Aber ihr großer Wert liegt in der Ergänzung normaler diagnostischer Verfahren. Wenn trotz umfangreicher vorangegangener Diagnostik immer noch Unklarheiten bestehen, wenn therapeutische Verfahren nicht anschlagen oder nur begrenzt wirksam sind, bei den sogenannten ‚austherapierten Fällen‘, wenn bei der Ursachensuche die Ideen langsam ausgehen – dann ist mit diesem Verfahren in vielen Fällen ein Weiterkommen möglich.

Ziel des Vortrages ist, dass hinterher eine Vorstellung davon besteht, wann eine Dunkelfeld-Blutuntersuchung sinnvoll ist, was man damit alles erkennen kann, wann sie besonders hilfreich ist, wann sie überflüssig ist und welche Voraussetzungen für die Durchführung erfüllt sein sollten.

Anschließend können einige Teilnehmer/innen selbst am Mikroskop arbeiten bzw. sich der Interpretation von Aufnahmen widmen. Da ich nur zwei Mikroskope mitbringen kann, muss hier der Teilnehmerkreis eingeschränkt werden. Geplant ist derzeit ein rollierendes Verfahren, damit möglichst viele Interessierte einen ersten Blick in ein anderes Universum bekommen können.

V11 „Laboruntersuchungen beim Kleintier: Akute Erkrankungen und sogenannte Reisekrankheiten“

Referentin: Dr. Tina Hawacker (Vetscreen)

Ist der Hund oder die Katze akut erkrankt, sind häufig Infektionserkrankungen eine Ursache. Neben schon bekannten Infektionserkrankungen sind die sogenannten Reisekrankheiten auf dem Vormarsch. In diesem Vortrag wollen wir die häufigsten „Urlaubsmitbringsel“ beleuchten, aber auch exotische Erkrankungen wie den orientalischen Augenwurm kennenlernen. Anhand von Fallbeispielen erarbeiten wir typische Symptome und erfahren wie der Nachweis gelingt.

V12 „Laboruntersuchung beim Pferd: Muskelerkrankungen und Entzündungsparameter“

Referentin: Dr. Tina Hawacker (Vetscreen)

Was sind die wichtigen Muskelwerte im Blut? Helfen mir Akute Phase Proteine wie SAA und CRP in der Diagnostik weiter? Welche häufigen Ursachen für Entzündungen im Bewegungsapparat beim Pferd gibt es? Was ist PSSM und wie kann ich es nachweisen? Diese und viele weitere aktuelle Fragen wollen wir im Vortrag auch mit Hilfe von Fallbeispielen klären.

Sonntag, 20.06.2021:

V4 „Katzen und Phytotherapie – ein schwieriges Verhältnis“

Referentin: Dr. med. vet. Cäcilia Brendieck-Worm

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Phytotherapeutika auch für Katzen geeignet sind. Grundsätzlich kann man sagen: sie sind nur sehr eingeschränkt und mit besonderer Vorsicht bei Katzen einsetzbar.

Unverträglichkeiten sind bei Katzen nicht nur in der Phytotherapie, sondern bei jeglicher Pharmakotherapie besonders zu berücksichtigen. Die für die Entgiftung und Ausscheidung hauptverantwortliche Leber ist beim Fleischfresser Katze anders ausgerüstet als bei Omnivoren oder Herbivoren. Deshalb müssen wir uns bei jeder Arzneipflanze vergewissern, ob sie wirklich geeignet ist oder eher eine Ursache für Erkrankungen darstellt.

Das Wissen zu Stoffwechsel- und Entgiftungsreaktionen bei Katzen ist noch bruchstückhaft. In Bezug auf Phytotherapeutika muss uns klar sein, dass der reine Fleischfresser Katze keine „kostenintensiven“ Stoffwechsel- und Entgiftungsmöglichkeiten für pflanzliche Substanzen bereithält, mit denen er normalerweise keinen Kontakt hat. Die schlechte Akzeptanz von Phytotherapeutika bei der Katze hat deshalb vermutlich gute Gründe.

Vergleicht man den Arzneimittelmetabolismus der Katze mit dem von Hund und Mensch, so zeigt sich, dass alle Substanzen, die bei der Katze im Verhältnis zu Hund und Mensch eine lange Halbwertszeit haben, zu solchen gehören, die konjugiert werden müssen, um ausscheidbar zu werden. Bei der Katze sind die zur Konjugation von Phenolen, Alkoholen und den cyclischen, aromatischen Carbonsäuren essentiellen Enzyme im Mangel. Dadurch ist die Glucuronidierung, d.h. die Bildung wasserlöslicher, nierengängiger Glucuronsäure-Konjugate mit diesen Stoffen eingeschränkt. Sie lassen sich nur schwer ausscheiden.

Phenole und andere cyclische Verbindungen sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Eingeschränkte Glucuronidierungsfähigkeit bedeutet: nach wiederholter Applikation von Pflanzen mit Phenolen und anderen cyclischen Verbindungen – seien es pflanzliche Nahrungsmittel oder therapeutisch genutzte Arzneipflanzen – ist bei der Katze eine für das Lebergewebe toxische Kumulation möglich.

Auch Diätfehler können schwerwiegende Konsequenzen für die Metabolisierung von Arzneipflanzen haben. Ein weiteres Problemfeld in Bezug auf die Phytotherapie der Katze sind ihre Eigenheiten im Fress- und Trinkverhalten.

V5 „Palliation mit Phytotherapie in der Tiermedizin – Fachkundige Begleitung sterbender Tiere und seiner Menschen“

Referentin: Dr. med. vet. Cäcilia Brendieck-Worm

Viele Tierbesitzer fühlen sich angesichts des nahen Endes ihres Tieres ratlos, hilflos und verzweifelt. Sie sind hin und hergerissen zwischen dem Angebot weiterer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten und der Option, ihr Tier durch Euthanasie erlösen zu lassen. Ihnen (und auch ihrem Tierarzt) fällt es schwer, einzusehen, dass der Kampf gegen den Tod sinnlos geworden ist und das Tier nur noch belastet.

Die Entscheidung zur Euthanasie zu treffen ist jedoch nicht minder schwer und ruft oft Gewissensnöte und Schuldgefühle hervor. Es quält die Ungewissheit: Ist es noch zu früh oder muss mein Tier leiden, weil ich mich nicht entscheiden kann? Das Tier ist ein Teil der Familie, es ist ein Wesen, dessen Zuneigung man genießt. Es ist allen ans Herz gewachsen. Selten wird eine Entscheidung zur Euthanasie von allen Familienmitgliedern getragen. Es kann zu belastenden Spannungen in der Familie kommen. Der Tod ist unabwendbar, eine Euthanasie jedoch nicht.

Langsam wächst in unserer Gesellschaft das Bewusstsein, dass es zwischen dem Kampf gegen den Tod und der Euthanasie eine dritte Phase gibt: die Palliation.

In der Palliativmedizin steht die Bewältigung von Krisensituationen von unheilbar Kranken und Alten durch Lindern von Symptomen wie Schmerz, Atemnot, Erbrechen und Krämpfen im Fokus. Ergänzt wird sie durch die Palliativpflege rund um die Uhr. Palliation gelingt deshalb nur im Team, in Kooperation von Tierarzt, Tierheilpraktiker und Tierbesitzer.

Für den Tierbesitzer können die Einschränkungen der persönlichen Freiheit und die Last der Verantwortung am Lebensende des Tieres ganz erheblich werden und zu Überforderung und Angst vor dem Versagen in dieser emotional, physisch und psychisch belastenden Situation führen. Palliativmedizinische Betreuung umfasst deshalb auch empathische Beratung und Unterstützung des Tierbesitzers bei der Pflege seines Tieres. Der Tod – auch der eines geliebten Tieres, ist immer noch ein Tabu-Thema. Der Therapeut braucht Mut und Geschick, dieses angstbesetzte Thema anzusprechen. Es ist seine Aufgabe, dem Tierbesitzer zu helfen, in der aktuellen Lebenssituation die richtigen Entscheidungen zu finden. Er bietet Fürsorge ohne zu bevormunden. Je besser das gelingt, umso eher ist es zum Wohle des Tieres – aber auch zum Wohle des Tierbesitzers.

Wenn dieser in der Endphase der Mensch-Tier-Beziehung positive Erfahrungen machen darf, so bereichert das sein Leben und mindert seine Ängste vor dem eigenen Tod oder dem seiner Mitmenschen. Auch der Therapeut hat an diesem positiven Erleben seinen persönlichen Anteil.

Palliativmedizinische Betreuung eines Tieres schließt nicht aus, das Leid des Tieres durch Euthanasie zu beenden. Die Euthanasie bleibt eine Option zur Erlösung eines Tieres für den Fall, dass die therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen zu keiner akzeptablen Lebensqualität führen. Sind diese ausgeschöpft worden, so kann die Euthanasie des geliebten Tieres auch für seinen Menschen erlösend sein.

V9.1 + V9.2 „Homöopathische Mittel und Miasmen im Sinne unseres Zeitgeistes“

Referentin: Peggy Schmah (THP, HP)

Hahnemann war seiner Zeit voraus-  – was ist damit gemeint, was unterscheidet das Denken von damals und heute? Sprechen wir vom Zeitgeist, sind auch immer die Miasmen mit im Spiel. Sie drücken sich im vorherrschenden Denken aus.

Mit der Homöopathie lernen wir nicht weiter in linearen Strukturen „im entweder oder“ zu urteilen, sondern wir können in „sowohl als auch“ Kategorien wahrnehmen – oder ganz modern ausgedrückt, wir lernen in Systemen zu denken.

Wie wir das beim Tier individuell und auch in seiner miasmatischen Ausdrucksweise erkennen können, schauen wir uns anhand von Beispielen, Fällen und Arzneimittelbildern an.

Ist die Theorie vom ersten Teil ein wenig tiefer gesunken, beschäftigen wir uns mit der Praxis. In kleinen Arbeitsgruppen üben wir anhand von Fallbeschreibungen und Arzneimittelgruppen die „sowohl als auch“ Betrachtung. Hier kommt auch unser Repertorium und eine gute Materia Media zum Einsatz. 

Diese Vortragsreihe sollte idealer Weise zusammengebucht werden!

V13  „Interpretation von Blutbildern“

Referent: Dr. med. vet. Silke Stricker

Weitere Angaben folgen!

V14 „Diagnostik der Darmflora“

Referent: Dr. med. vet. Andreas Rüffer (Fa. Enterosan)

Weitere Angaben folgen!

Abschlussveranstaltung:

„Die Homöopathische Verreibung – ein praktischer Kurs“

Referentin: Michaela Brücker (Fa. Gudjons)

Weitere Angaben folgen!